Hamburger IT-Strategietage 2012 (Tag 1)

Zum zehnten Mal fanden nun die Hamburger IT-Strategietage am 9. und 10.02.2012 im Hotel Grand Elysée statt. Organisator Hamburg@work, Vernetzer der digitalen Wirtschaft im Norden, hat es in Kooperation mit dem IDG Business Media Verlag, Herausgeber publikumsstarker Titel wie CIO und Computerwoche, und zahlreichen namhaften Haupt- und Co-Sponsoren wieder geschafft, die Crème de la Crème der IT-Wirtschaft der DACH-Region zu vereinen. Insgesamt kamen rund 600 Besucher.

 

Unter dem Motto „Making IT attractive – for Customers, Users and the Business“ gab es fünf Zielrichtungen: „Prozessberater“, „Freiheiten für Endanwender“, „IT als Innovation Partner“, „Social Web“ und “begehrte Arbeitgeber und Karrieresprungbrett”. Da die Strategietage ganz im Zeichen der „Attraktivität“ standen, gehe ich in meinen beiden Blog-Posts auf die meiner Meinung nach attraktivsten Vorträge ein. Die Stimmungsberichte zahlreicher Teilnehmer bestätigten meinen „Sinn für Attraktivität“.

 

IT attraktiv machen

 

Ein Firmenwagen ist es nicht mehr, was die Herzen der Mitarbeiter von VW höher schlagen lässt, sondern IT. Der Konzern-CIO der Volkwagen AG, Dr. Martin Hofmann, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den IT-Bedarf der rund 500.000 Beschäftigen weltweit und zukünftigen 100.000 Mitarbeiter zu befriedigen. Das ist deshalb so wichtig, weil VW auf rasantem Wachstumskurs (8 Mio. ausgelieferte Fahrzeuge, 200 Modelle, 324.000 Händler, 230.000 Lieferanten etc.) an Kapazitätsgrenzen stößt, die nur mit neuen Fachkräften überwunden werden können. Und die wollen ihre eigenen Geräte mitbringen (Stichwort: „BYOD“) und eine neue agile, digitale, interaktive, mobile und gut vernetzte Arbeitswelt vorfinden.

 

Gegensätze bei VW

 

Auf diesem Weg stellten sich dem IT-Lenker viele Fragen, wie „Sind die Generation Facebook und IT im Unternehmen ein Gegensatz?“. Antworten hat VW in der Total User Experience durch Top IT-Fachkräfte gefunden, durch die die Arbeitszufriedenheit, Motivation und Produktivität der User steigt. Ein Beispiel hierfür ist „iPad@Personal“: EINE App für alle Konzerngesellschaften mit agiler Entwicklung für Anwender im Personalwesen und intuitiver Benutzeroberfläche. Neue Technologie verändert das Arbeiten. Es wird innovativ und agil.

 

Während Atos keine E-Mails schreiben und noch weniger empfangen möchte (Zero E-Mail) und nach neuen Wegen der Kollaboration sucht, macht SAP die Not zur Tugend und möchte die „Consumerization der IT“ sinnvoll integrieren und proaktiv steuern. Oliver Bussmann, CIO der SAP AG, nennt es „Vom Trend zur Strategie“. Um diese zu verfolgen, schreibt auch er weniger E-Mails, sondern zahlreiche Blogs.

 

Die auf Polymer Solutions spezialisierte Rehau AG+Co sieht Cloud Computing als Enabler. Ein neues RZ mit flexiblen und stabilen Racks wurde eingerichtet, das unter Green IT-Vorgaben 7×24 Stunden in Betrieb ist. Die Private Cloud wird als „ungeliebtes Kind“ betrachtet. Die Public Cloud ist keine Alternative. Daher setzt Rehau auf eine individuelle „Private Cloud SAP@Rehau“. Der Betrieb läuft auf mehreren Plattformen und verfolgt einen Adaptive Computing Ansatz.

Female Attraction @BSS

 

Beiersdorf möchte mehr High Heels im RZ sehen. Daher stellt sich der weibliche CIO des weltweit bekannten Hamburger Markenartikelherstellers (Nivea, Tesa etc.), Barbara Saunier, die Frage, wie wir die IT für Frauen attraktiver gestalten können. Die DB Netz AG fokussiert einen IT-Baukasten, der Fachkräfte und Lieferanten gleichermaßen einbindet und ein Handbuch zur Verankerung der Methodik in der Organisation. Bei der Deutschen Lufthansa AG ist es eine starke Stimme der Anwender als Interessenvertreter der CIOs. Panasonic positioniert die IT als Prozess- und Organisationsberatung. Wie man die IT unter härtesten Bedingungen attraktiv macht, stellen Dr. Peter Leukert, CIO der Commerzbank AG und CIO des Jahres 2011 (Fusion der Commerzbank und der Dresdner Bank unter Zeitdruck), und Dr. Sebastian Saxe, CIO/Services der Hamburg Port Authority (Ausbau des Hamburger Hafens unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, ökologischer, politischer und wirtschaftlicher Interessen und Einflussgrößen), unter Beweis.

 

Die Methoden, Prozesse und Strategien hin zu einer attraktiven IT-Organisation scheinen so zahlreich wie die Wege nach Rom oder eben nach Hamburg.

Abends in der CXO Lounge im Emporio

 

Zu meinem Bericht über den zweiten Tag gelangen Sie hier.

 

Daniela Richeux ist Managing Director der dp real bonds und aragos Agentin für Neugeschäft.

 

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